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ich bin schon da

deutschland, ein trauerkloß. leichenbittermienen wohin man blickt. und das alles wegen eines meeresfrüchtesalats in spe. nein, ehrlich, da kann man ja nicht mehr fröhlich sein. erst das mit dem wulff und dann den finaleinzug verranzt, von gesundheitsreformmurks und steuererhöhungen ganz zu schweigen. aber, es war gestern einfach nicht mehr drin. die spanier waren ja mit gefühlt 48 leuten auf dem platz. in hase-und-igel-manier waren die ja
überall schon vorher, wo unsere jungs gerade mal mühselig hingewetzt waren. ich bin schon da weiterlesen

im design-desaster

so, die erste hürde wäre also geschafft. ein sattes 4:0, das kann sich doch sehen lassen und so weiter gehen. schön ist auch, dass die fdp das label „gurkentruppe“ nun noch weiter für sich in anspruch nehmen darf. aber dennoch: es steht nicht alles zum besten in d-land. denn eines offenbart die flächendeckende beflaggung dieser tage ja nun wieder ganz immens: schwarz-rot-gold passt ja so gar nicht zu gar nichts. das dilemma wurde mir bei der balkonbeflaggung erst wieder richtig deutlich. werde mit angela mal ein ernstes wörtchen reden müssen, dass wir da designtechnisch  ranmüssen. vielleicht etwas in einem zartes rosé. weiß könnte auch ganz gut klappen. und ja, vielleicht auch ein kräftiges himmelblö. dann passt die flagge wenigstens das nächste mal auch zu geranie, lobelie und co.

harte konkurrenz für gurkentruppen

jetzt geht’s lohos! heute startet die deutsche mannschaft ins wm-turnier. gegen australien geht’s. das klingt für mich nach einer lösbaren aufgabe. australien? wird da überhaupt fußball gespielt? gibt’s da ne liga? spielen die da nicht nur outback-hockey? waren die vorher schon mal bei ner wm? fragen über fragen, die sich mir alter fußballschnitte da mal wieder stellen. lese gerade bei wiki, dass die australier in der tat erst zum dritten mal bei einer fußball-wm dabei sind. darin liegt chance wie risiko. die chance für die deutsche mannschaft besteht darin, dass die australier sich z.b. vom weg aus der kabine verlaufen und versehentlich auf dem trainingsplatz landen, wo sie auf brasilien treffen und aufgrund des quirligen drippelspiels der hitzigen südamerikaner sofort ausscheiden. auf der anderen seite: das risiko liegt für jogi und seine mannen natürlich im unbekannten faktor. das dritte mal bei einer wm? aller guten dinge sind drei. dieses mal wollen es die aussies reissen. sie wollen den pokal. sind immer 19. der fifa-weltrangliste. das spiel könnte sich also als ungeahnt schwieriger auftakt für die deutschen erweisen. deswegen nur einen rat vorher, jungs: schlecht spielen düft ihr nicht. das label „gurkentruppe“ ist dieser tage leider bereits anderweitig vergeben.

russen raus

das wäre das erklärte ziel, dachte ich zumindest vor dem gestrigen zweiten halbfinale spanien gegen russland. nachdem ich die leichtfüssig wie russische ballerinas über den platz tänzelnden spanier gesehen habe, bin ich nicht mehr ganz so sicher, ob es nicht einfacher gewesen wäre die russen im finale durch eine bis zur perfektion ausgearbeitete deutsche langweilertatik zu zermürben. gegen die spanier wird das nix. da reicht nicht ein wie unermüdlich länge mal breite mal höhe das spielfeld durchmessender lahm aus. nein. derer braucht es elf. ich denke, da müssen also noch ein paar feldspieler mehr ihre bisher so sattelfest eingeübten kaffeekränzchen für 90 minuten unterbrechen. der löw überlegt ja schon den gomez nochmal zu bringen. dahinter kann nur eine strategie stecken: ein kurzfristig in der hektik des spiels abgelenkter spanier spielt gomez versehentlich wegen dessen so arg spanisch klingenden namens als vermeintlichen teamkollegen an und gomez schießt – völlig überrascht von diesem erstmaligen ballbesitz während des turniers – versehentlich aufs tor (hoffentlich nicht versehentlich aufs spanische). naja, und wenn nix hilft, muss erneut die bereits erfolgreich zum einsatz gekommene tatik angewendet werden: löw hinter glas und merkel bleibt gefälligst gleich zuhause. und dann müssen wir nur noch die daumen für die ösis und das wetter drücken, damit es nicht nach änderung des zdf-slogans „mit dem zweiten sieht man gar nix“ am sonntag auch noch für die ard heißt: bei uns sitzen sie noch nicht mal in der letzten reihe.

da isse wieder

es fanmeilt wieder sozusagen. zwar nicht vier wochen lang, sondern nur vier tage, aber immerhin wieder vorm tor wird auch bei diesem fussballerischen großereignis dem publicviewingerprobten fan die möglichkeit des kollektiven jubelns in spektakulärer kulisse geboten. heute abend werden 500.000 erwartet. zum halbfinale. höchstwahrscheinlich (fast*) ganz neukölln und kreuzberg. und die dixis sind auch wieder dabei. dieses mal nur irgendwie bunter.

*ich weiß mein lieber a, du nicht…

gemeinschaftsgefühl reloaded


deutschland ist wieder vereint – in freude und in trauer. denn: public viewing ist wieder da. es sind nicht ganz so viele mannschaften, weder brasilien noch trinidad-tobago sind dabei, doch auch die fußball-em bringt der deutschen liebgewonnenes gemeinschaftsgefühl erneut zum erblühen: zusammen fußball gucken. da wurde wieder zusammen nationalhymne gesungen (nach wie vor waren nicht alle komplett textsicher), es wurde sich wieder angemalt (gestandene schlipsträger verzierten wangen mit schwarz-rot-gold) und wer nicht selbst zu nähmaschine gegriffen hatte, kleidete sich in irgendeinem fanshop auf dem wege zum spiel mit lebensgroßer fahne (genutzt als schultertuch oder rock) oder dem dreifarbigen irokesen zum aufstecken ein. gestern versammelte sich die einheitsgemeinde zum deutschlandspiel. es ging gegen kroatien. und entweder hatte der jogi die mappen verwechselt (…und die von österreich dabei…) oder die analysten, die für den dfb seit jahren die potenziellen gegner ausspähen, hatten gänzlich versagt oder waren mit cevapcici gekauft oder hatten versagt, weil sie zuviel cevapcici gegessen hatten. jedenfalls liefs gar nicht gut. das zeichnete sich bereits in der 4. minute ab, als kommentator réty ein demaßen schwieriges fremdwort brachte, dass sicherlich ganze heere von hardcorefans erstmal abgelenkt vom spiel zu google greifen mussten, um auszuschließen, dass das nix schlimmes war, was da der mertesacker angeblich mit dem ball gemacht haben sollte. laut réty soll er ihn „antizipiert“ haben. uuhhh. und kurz vorher hatte lehmann am ball geknabbert. eieieiei… es stand also schlimm. besser wurd’s zwischendurch und zum schluss auch nicht. aber meine these ist ja: die jungs wollen es halt spannend machen. danke, jungs! spannung ist der halbe spaß beim public viewing. wann ist denn endlich montag…?

randbemerkung am rande: die heutige, erwartete negativ-rezeption des spiels in der presse wurde m.e. überschattet durch eine head, die ich in der s-bahn bei einem mitreisenden auf der bz las: britney spears kauft grab neben marilyn. leider war ich zu weit entfernt, um das kleingedruckte entziffern zu können. denn mir drängte sich natürlich unumgänglich die frage auf: monroe oder manson? ersteres wäre ja wirklich ver-, letzteres durchaus angemessen. ich bleibe dran.

jetzt reicht’s aber

wie doch die zeit vergeht. und somit zeit sich mal wieder an die anfänge dieses blogs zu erinnern. was war da noch gleich? wm? ja. und fanmeile? jaaaaaa. das wars, was mich seinerzeit auf die barrikaden und an schreiben gebracht hat. da war diese unbestimmte ahnung, dass die zur wm geplante fanmeile im tiergarten – auf etwa zweidritteln meines täglichen fahrradwegs gewisse einschränkungen wie glasbruch (schlecht für die reifen), besoffene fans (schlecht für die laune) u.ä. mit sich bringen würde. und alles und schlimmeres war ja dann auch eingetroffen (s. einträge juni/juli 2006). aber da war natürlich auch der wandel von der fussballhasserin zum patriotgirl und die weltmeister der herzen u.v.m. aber schlussendlich war ich damals ja doch froh, dass dieser fanmeilenquatsch ein ende hatte und der herrliche weg durch den tiergarten wieder frei. nun bin ich ja im vergangenen jahr in den südosten der stadt gezogen und hatte somit auch gedacht: fanmeile? mir doch egal – fahr ich ja nicht mehr lang… denkste! ich dachte kürzlich, mich tritt ein pferd. jetzt wollen die doch die fanmeile zur em nicht im tiergarten machen, sondern am alex! geht’s noch, leute? da fahr ich jetzt täglich lang! hallo? also, allmählich fühle ich persönlich angegriffen und vor allen dingen verfolgt von diesem fanquatsch. ich erkläre hiermit eindeutig und ausdrücklich: fanmeile ja, aber bitte wo anders. ganz davon ab, dass man auf dem alex auch gar keine meile als solche zusammenkriegt. eine meile sind 1609,344 m. also, da müsste man die fanmeile dann am alex wohl in schneckenform aufbauen, um wenigstens eine kleine meile zusammenzubekommen. wie wäre es mit dem lausitzring? da kriegt man meilen in x-beliebigen formen hin: Meilen-Superspeedway: 3,2 km (2 meilen), Grand Prix-Strecke lang: 4,534 km (nicht ganz 3 meilen), Grand Prix-Strecke kurz: 3,4 km, (bisschen mehr als 2 meilen), Langstrecke: 11,3 km (satte 9 meilen quetsch), DEKRA Test Oval: 5,8 km (nicht ganz 4 meilen), Handlingkurs: 1,8 km (ne glatte meile plus ein paar würstchenbuden). also, wenn das nicht viele verschiedene meilenvarianten sind! ich bin für fanmeile am lausitzring forever. da stimmt die infrastruktur, meilen gibts in massen und das theater um „wo-bauen-wir-die-fanmeile-hin“ jedes mal aufs neue hätte endlich ein ende. und schlussendlich ist das auch noch brandenburgförderung pur. also, ab den ring fans!

weltmeister der herzen


welche unbändige freude! unglaublich! wer hätte vor vier wochen gesagt, dass selbst ein dritter platz deutschland in einen solchen freudentaumel versetzen könnte. die deutschen, die immer fleissig sind, immer die besten sein wollen, deutsche wertarbeit – nix anders zählt. doch wir können auch bescheidener wie sich jetzt zeigt. toll gemacht klinsis kicker, toll gemacht deutschland. diese vier wochen werden in die geschichte eingehen. auf wunderbare weise! endlich mal.

patriotismus ist in

wer hätte das gedacht? vor vier wochen – da galt schwarz-rot-gold noch als bäh. in manchen kreisen hätte man sich eher die hand abgehackt, als eine fahne zu schwenken. und nun? deutschland im halbfinale ausgeschieden. gescheitert am angstgegner italien. und sind die fahnen verschwunden? die hupen verklungen? die freude versiegt? nichts dergleichen. deutschland ist weiterhin ein fahnenmeer. wiegt sich sanft in der freude des wiedergefundenen patriotismus. ist stolz, ohne scham. wer hätte das gedacht? die stunde der patrioten – und niemanden stört es mehr. im gegenteil. alle sind dabei.